25.08.2019 - 14:33 Uhr

DRK Oberhausen- Rheinhausen :: Sondereinsatzgruppe TOX :: News

Rauchgasintoxikation: Diagnose und Therapie

Die unmittelbare Bedrohung der Betroffenen durch Brandunfälle geht von verschiedenen Ansatzpunkten aus. Neben den thermischen Schäden (Verbrennungen) als sichtbare äußere Verletzungen sind dies in erster Linie der Sauerstoffmangel in unmittelbarer Nähe des Brandes, das Auftreten von Kohlenmonoxid als Produkt der unvollständigen Verbrennung organischer Materialien sowie toxische Zersetzungsprodukte wie Blausäure und Reizgase in der Rauchgasatmosphäre. Das gleichzeitige Auftreten mehrerer toxischer Stoffe im Brandrauch potenziert zudem das Risiko und verkürzt die Überlebenszeit in derartigen Schadstoffatmosphären im Vergleich zu alleiniger Einwirkung der möglichen Noxen. Das gemeinsame Auftreten von Kohlenmonoxid und Blausäure in einer Rauchgasatmosphäre erhöht das tödliche Risiko um das Zehnfache, zusätzliche inhalative Noxen aus der Gruppe der Reizgase bedrohen den Patienten nach seiner Rettung noch mit mehrstündiger Verzögerung durch ein toxisches Lungenödem.

Im oftmals hektischen Umfeld von Bränden gilt es, eine möglichst zügige und fundierte Bewertung der Betroffenen zu realisieren. Die rasche Ausbreitung des Brandrauchs und die sehr unterschiedlichen subjektiven Beschwerdebilder führen häufig zu einer großen Zahl exponierter Personen. Bei ungenügender Vorbereitung auf ein derartiges Szenario wird eine strukturierte präklinische Untersuchung und objektivierbare Bewertung kaum möglich sein und notgedrungen zu einer Vielzahl stationärer Einweisungen führen.

Das Zusammenwirken des Rettungsdienstes - auf der Basis des nachfolgend beschriebenen Algorithmus - mit der Feuerwehr und deren analytischen Basismöglichkeiten (Spürröhrchen) sowie der Einsatz einfacher Messmethodik am Patienten (CO- Messung, Peak-fl ow-Meter) können zu einer spürbaren Entspannung der präklinischen Situation führen, verbessern den Informationsfluss zu den Kliniken und ermöglichen einen frühzeitigen effektiven Therapiebeginn. Toxikologische Bewertungen ausführlicher Brandanalysen (GC/MS-Analysen) durch Spezialkräfte der Feuerwehr und die daraus abzuleitenden Konsequenzen sowie Informationen zu eventuellbekannten verunfallten Schadstoffen werden außerdem den beteiligten Fachdiensten und den Krankenhäusern über das Informationssystem Meditox der Deutschen Rettungsflugwacht in Stuttgart zur Verfügung gestellt.

>> ganzer Bericht (pdf) <<

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