21.07.2019 - 13:09 Uhr

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Neue Waffe im Kampf gegen Rauchgasintoxikation im Test

Bei Bränden werden in der Deutschland jährlich 60.000 Menschen leicht und 6000 schwer verletzt. Die toxikologischen Gase, die bei einem Brand entstehen sind in ihrer Art und in ihrem Vorkommen bei jedem Brand sehr unterschiedlich. Alle bei einem Brand entstehenden Gase und Giftstoffe werden unter dem Begriff Brandgase zusammengefasst. Brandgase schädigen sehr unterschiedlich den menschlichen Körper. Je nach ihrer Zusammensetzung und der Zeit ihrer Einatmung durch den Mund-Rachenraum bis in die Lunge, entstehen lebensbedrohliche Situationen, die sehr leicht übersehen werden können. Manche Giftstoffe können mit einer Latenzzeit von bis zu 24 Stunden im Körper eine tödliche Gefahr darstellen. Die Zeit bis dahin kann völlig beschwerdefrei sein. Äußerlich kann man eine Vergiftung durch Brandgase lediglich durch Russbildung an Nase und Mund und an einer Rötung des Mund-Rachenraums vermuten.

Für den Rettungsdienst stellt diese Situation ein großes Problem dar. Gerade bei einer unterschwelligen akuten Brandgasvergiftung wäre es notwendig eine geeignete Messmethode zur Hand zu haben, um den Gesundheitszustand der Patienten frühstmöglich zu erkennen und einschätzen zu können. Um sicher zu gehen bleibt momentan nur der Transport in die Klinik, wo eine Blutanalyse durchgeführt wird. Stellt man sich nun einen Brand in einem Mehrfamilienhaus oder einem Altersheim vor, so wird die Situation noch prekärer. Bei einer Vielzahl von Patienten ist zunächst der Rettungsdienst überlastet und des weiteren auch eine Klinik in ihrer Aufnahmekapazität. Auf Grund dessen, muss hier neue Wege gegangen werden.

Ein Anhaltspunkt für eine Vergiftung durch Brandgase könnte das Gas Kohlenstoffmonoxid liefern. Kohlenstoffmonoxid (CO) entsteht praktisch bei jeder Verbrennung, ob im Auto wie auch im heimischen Holzofen. Kohlenstoffmonoxid ist die häufigste Todesursache bei Bränden. Wenn ein Patient ausreichend CO eingeatmet hat, kann auch davon ausgegangen werden, dass auch andere Giftige Gase über den Atemtrakt aufgenommen wurden. Kohlenstoffmonoxid bindet sich an die roten Blutkörperchen und kann durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden.

Seit dem 1. Juli 2003 testet der DRK Kreisverband Karlsruhe eine neue Waffe für den Kampf gegen das Phantom der Rauchgasvergiftung. Ein Gerät, welches mit einer einfachen Atemprobe, wie bei einem Alkomat, den Kohlenmonoxidgehalt im Blut messen kann.

Dieses Kohlenstoffmessgerät wird bei jedem Brand bei dem Personen betroffen sind durch ein Einsatzfahrzeug zur Einsatzstelle gebracht. Patienten mit Verdacht auf eine Rauchgasintoxikation atmen in dieses Gerät ein und der angezeigte Wert lässt nun eine Aussage über die Gefährdung des Patienten zu. Anschließend wird durch den Notarzt Blut des Patienten abgenommen und in der Klinik analysiert. Durch einen Vergleich der Atemmessung mit der Blutmessung, kann eine Aussage zur Genauigkeit des Kohlenmonoxidgerätes getroffen werden.
 
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